Unesco-Studien haben es 2009 noch einmal belegt: In nahezu keiner westlichen Industriegesellschaft hängt der schulische Erfolg so sehr von der sozialen Herkunft ab wie in Deutschland. Schülerinnen und Schüler deren Eltern nicht studiert haben, finden nach Expertenmeinung viel zu selten den Weg in deutsche Hörsäle. Damit sich das ändert, können sich diese Jugendlichen noch bis zum 7. März 2010 in 13 deutschen Städten um die Aufnahme in das Förderprogramm "Studienkompass" bewerben. Das Programm bietet seit drei Jahren schon Jungen und Mädchen aus Elternhäusern ohne akademischen Hintergrund eine intensive Studien- und Berufsorientierung. Der "Studienkompass" ist eine Initiative der Accenture-Stiftung, der Deutsche Bank Stiftung und der Stiftung der Deutschen Wirtschaft.
Mit dem Programm soll die Zielgruppe den Sprung an die Hochschule schaffen. Neue Erfahrungswerte scheinen zu belegen, dass dies auch gelingt. Nach Angaben der Initiatoren streben 90 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer des ersten Förderjahrgangs, der im Frühjahr 2009 Abitur gemacht hat, ein Studium an. Im Bundesdurchschnitt studiere dagegen nicht einmal ein Viertel der Jungen und Mädchen ohne Akademikereltern.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet eine kontinuierliche Begleitung in den letzten beiden Schuljahren und im gesamten ersten Jahr an der Hochschule. Mit dem Konzept aus professionellen Workshops zur Studien- und Berufsorientierung sowie Projektarbeit, die die Schülerinnen und Schüler in den Regionen eigenständig gestalten, will der "Studienkompass" herkömmliche Bildungstraditionen ergänzen. Die Bewerbung kann bis zum 7. März 2010 über die projektbegleitende Webseite erfolgen. Teilnehmende Orte und Regionen sind Berlin, Cloppenburg, Delmenhorst, Frankfurt am Main, Frankfurt an der Oder, Halle, Hamburg, Köln, Mannheim, der Oberbergische Kreis, Paderborn, Papenburg sowie Regensburg. Der "Studienkompass" steht unter der Schirmherrschaft der Bundesministerin für Bildung und Forschung, Prof. Dr. Annette Schavan.
Quelle: Stiftung der Deutschen Wirtschaft